Die Tücken der automatischen Übersetzung

Es klingt durchaus verlockend...

Mit einem einzigen Mausklick werden umfangreiche Textunterlagen in eine Fremdsprache übersetzt. Kostenlos, immer verfügbar und sekundenschnell. Wer möchte nicht seinen Übersetzungsbedarf auf diese Weise decken?

Maschinelle Übersetzungsprogramme haben durchaus ihre Berechtigung: Wenn es Ihnen lediglich ums Verstehen eines fremdsprachigen Textes geht, leisten maschinelle Übersetzungsprogramme – wie beispielsweise der von Google angebotene "Google Übersetzer" (https://translate.google.com/) – hervorragende Dienste. Sie verschaffen sich sofort einen Überblick, worum es in einem Text geht und was ungefähr gemeint ist, selbst wenn die Wörter nicht immer ganz richtig sind.

Für Privatpersonen mögen diese automatischen Übersetzungsprogramme ausreichend sein und den Alltag immens erleichtern, aber Vorsicht ist geboten, wenn Ihr "Übersetzungsprodukt" nicht für Sie alleine bestimmt ist.

Bedenken Sie, dass Übersetzungen, die mit einem einzigen Mausklick entstanden sind, von Ihren Kunden und Geschäftspartnern auf Anhieb als solche erkannt werden. Im günstigsten Fall sorgen sie für Heiterkeit, doch wenn Sie Pech haben, können sie zu Geschäftseinbußen oder Schlimmerem führen (denken Sie nur an die Gefahren mangelhaft übersetzter technischer oder medizinischer Übersetzungen).

Erbrecht und Erbrecht

Aufgrund der Mehrdeutigkeit der meisten Wörter liefern automatische Übersetzungsprogramme nie perfekte Übersetzungsergebnisse. Ein einfaches Beispiel, das tatsächlich auf der Website eines Rechtsanwaltes zu finden war, betrifft das Wort "Erbrecht". Im Englischen wäre die korrekte Übersetzung "law of succession" oder "inheritance law". Auf der englischen Seite des Rechtsanwaltes stand sehr zum Erstaunen der englischkundigen Leserschaft die Überschrift "Vomit" (das englische Verb für "erbrechen").

Die Grenzen der maschinellen Übersetzung:

  • Eine Maschine übersetzt wörtlich. Die meisten Wörter – je nach Kontext – haben jedoch unterschiedliche Bedeutungen, was zu schwerwiegenden Fehlern führen kann.
  • Sprache ist lebendig und Übersetzungsautomaten können nur das verstehen, womit sie zu einem vorherigen Zeitpunkt programmiert wurden.
  • Übersetzungsautomaten können nicht "zwischen den Zeilen" lesen: Weder Humor, Ironie noch Metapher werden erkannt.
  • Redewendungen werden oft wörtlich übersetzt und sind somit unverständlich.
  • Die grammatikalisch korrekte Satzstellung wird nicht berücksichtigt.
  • Der entstandene Text liest sich nicht flüssig.

Sollten Sie wirklich eine maschinelle Übersetzung verwenden, so benötigt diese auf alle Fälle eine sorgfältige Überarbeitung durch einen professionellen Humanübersetzer. Bedenken Sie jedoch, dass die Kosten einer solchen Nachbearbeitung jene einer Humanübersetzung sogar übersteigen können.

Fakt ist, dass automatische Übersetzungsmaschinen im professionellen Umfeld Humanübersetzer nie ersetzen können. Wer einen korrekt und stimmig übersetzten Fachtext benötigt, der auch bei den Kunden und Geschäftspartnern gut ankommt, sollte immer die Dienstleistung eines professionellen Übersetzungsbüros in Anspruch nehmen.

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